Gelenkbus 270 (1968)

Die 19 Unterflur-Gelenkbusse haben das Strassenbild der Bundesstadt während mehr als 30 Jahren massgeblich mitgeprägt.

Im März 1994 stand der Autobus 270 noch im täglichen Linieneinsatz. Auf dem Bild überquert er gerade die Aare in Richtung Kirchenfeld um kurz darauf die Endstation der damaligen Linie 18, den Tierpark Dählhölzli zu erreichen. Foto: R. Wegmüller

Wie von einem anderen Stern mussten die 1967 neu beschafften Gelenkbusse auf die Bernerinnen und Berner gewirkt haben mit ihrem futuristischen, eckigen Design. Einige wollten eine gewisse Ähnlichkeit zu einem Werkzeugschuppen erkennen, weshalb die Fahrzeuge beim Personal der städtischen Verkehrsbetriebe den Übernamen «Gartehüsli» erhielten.

Der Gelenkbus 270 präsentiert sich heute im Neuanstrich der 90er-Jahre. Die crèmefarbenen, geschwungenen Zierstreifen und die schwarze Umrandung der Fenster lassen den langen Bus elegant und leicht erscheinen.

Die 60 Unterflurbusse und der Gelenkbus-Prototyp der Marke FBW bewährten sich ausgezeichnet, so dass die städtischen Verkehrsbetriebe beim Zürcher Nutzfahrzeugbauer eine Serie von 19 Gelenkautobussen bestellten. Als erste Berner Busse wurden sie mit einer Luftfederung ausgestattet, was den Komfort wesentlich verbesserte. Auch im Innern war der Fortschritt der 60er-Jahre unübersehbar: Statt auf den gewohnten, braunen Ledersitzen konnten es sich die Fahrgäste auf modernen, roten Kunststoffsesseln mit Schaumstoffpolsterung gemütlich machen.  Die Unterflur-Gelenkbusse standen bis in die Ende der 90er-Jahre im unermüdlichen Einsatz auf dem Netz der Städtischen Verkehrsbetriebe. Jeder von ihnen hat über eine Million Kilometer auf Berns Strassen zurückgelegt. Die Gelenkbusse haben das Strassenbild der Bundesstadt während mehr als 30 Jahren massgeblich mitgeprägt.

Während Jahrzehnten war sich die Berner Bevölkerung an braune Ledersitze in ihren Bussen gewohnt. Wie modern muss daher der Innenraum der neuen Gelenkbusse gewirkt haben mit seinen roten Kunstledersitzen.

Der Motor befindet sich unsichtbar unter dem Wagenboden, unterflur eben. So steht die gesamte Fahrzeuglänge den Passagieren zur Verfügung. Dank des automatischen Planetengetriebes und der hydraulischen Lenkunterstützung lassen sich die grossen Busse beinahe ohne Anstrengung lenken. Allerdings ist das Fahrzeug wegen der nur zwei Vorwärtsgänge und des eher schwachen Motors recht träge. Das Anlassen geschieht noch auf urtümliche Weise mit Druckluft. Wehe, wenn ein Chauffeur vergisst, die zwei Vorratsflaschen aufzufüllen!

Technische Daten

Gelenkbus 270
Inbetriebsetzung1968
Im Liniendienst bis1997
HerstellerFBW, Gangloff
KarosserieStahl, Leichtmetall
Länge15.8 m
Tara14.8 t
Höchstgeschwindigkeit55 km/h
Leistung250 PS
MotortypFBW EU-AH, unterflur, mit Turbolader
GetriebeFBW T1-Automat
Anzahl Gänge (vorwärts/rückwärts)2/1
Sitzplätze34 + Chauffeur
Stehplätze81